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Das Gespenst des Pessimismus

Ein Gespenst geht um beim FC St. Pauli. Es ist das Gespenst des Pessimismus. Wir verlieren das Pokalviertelfinale im Elfmeterschießen. Was ein Mist!


Anreise mit Flixbus mehr oder weniger geglückt ging es los zum Fanmarsch. Viele Bekannte getroffen, die man lange nicht gesehen hatte, denn es war mein erstes Spiel der Rückrunde, welches ich live und in Farbe verfolgen durfte! Mit 1-2 Bier und mächtig Vorfreude also die Stimmbänder geölt und durch die Schanze gezogen, rein ins Millerntor (dazu gleich mehr) und zunächst einmal über die Aufstellung gewundert. Saad und Saliakas zunächst auf der Bank. Naja Fabi wird wissen, was er tut. Im Spiel, merkt man schnell, was wir an Vasilj haben. Das Aufbauspiel ist einfach eine andere Nummer mit ihm. Wir tun uns gegen, wie immer, tief stehende Fortunen schwer und kommen nicht wirklich zu Chancen. Und so kommt es wie es immer kommt, wenn man schon übers Pokalfinale und mögliche Halbfinalauslosungen fantasiert: Man kassiert einen Elfmeter, der einen zurück in die Wirklichkeit katapultiert. Nach einem langen Ball ist Vermeij zu einfach alleine vor Burchert, der sich nicht unbedingt gut anstellt, allerdings in der Situation auch ziemlich alleine gelassen wird. Überraschend hier für mich, dass sich das Foul nicht nochmal angeguckt wird, sondern nur das Abseits. So klar sah das von der Gegengerade gar nicht aus. Mit einem 0:1 geht es also in die Pause und es kommt die Erkenntnis: Das ist ja gar kein Selbstläufer. Zur Halbzeit wird gewechselt. Saad und Saliakas für Ritzka und Amenyido, die beide meiner Meinung nach eigentlich ein gutes Spiel gemacht haben. Gerade auf Amenyidos Tempo kann man echt aufbauen. Auch in Halbzeit zwei tuen wir uns trotzdem weiter schwer und mit der Führung im Rücken will Düsseldorf nun gar nicht mehr. Spielerisch haben wir schon einmal bessere Lösungen gefunden und so kommt es, dass wir ebenfalls durch einen Elfmeter durch Hartel ausgleichen können. Anschließend setzt sich das, die ganze Zeit über, zähe Spiel fort. Viele Unterbrechungen, viele strittige Entscheidungen. Kein Spielfluss heißt in diesem Falle gut für Fortuna. Denn die können weitesgehend keine Aktionen Richtung Tor von Burchert setzten. So steht es, wie immer Heim gegen Düsseldorf, nach 90 Minuten unentschieden. Also rein in die Verlängerung. "Verlängerung können wir" heißt es aus meinem Umfeld und die Gegengerade und Süd setzen nochmal zu einem kräftigen "We love St. Pauli" an! Dieser frische Wind wurde uns jedoch schnell aus den Segeln genommen, denn, mann könnte meinen aus Verzweiflung, schießt Düsseldorf aus der zweiten Reihe, Burchert lässt nach vorne klatschen, kommt nicht rechtzeitig hoch und Tanaka muss nur noch einschieben.


Ebenso "Einschieben" möchte ich hier ein Mini-Statement zu Becherwürfen:

Becherwürfe sind und bleiben scheiße und sind Arsch gefährlich. Vor allem aber, wenn sie ohne Sinn und Verstand passieren. Sowohl Tanaka, Vermeij, Tszlois (der hatte vor allem schnelle Beine nach seinem Jubel), als auch der eine gehirnamputierte Düsseldorfer Betreuer, haben sich vor die Kurve gestellt und bis aufs Mark versucht zu provozieren. Sie haben die Quittung für ihr handeln bekommen. Genauso werden wir allerdings die Quittung bekommen. Vom Sportgericht. Das Düsseldorf wohl Becher auf die Haupt geworfen hat, ist meiner Meinung nach schlimmer.


Ärgerlich, passiert aber eben. Hier Burchert einen Vorwurf zu machen ist zwar in Ordnung, das Maß an nachgetrete, wenn schon jemand am Boden liegt, hab ich so bei St. Pauli auch noch nicht erlebt. Er weiß glaube ich selber am besten, dass das nicht gut war, das muss man nicht mit Pfiffen im Stadion oder Unmutsbekundungen auf Social-Media klarmachen. Auch er hat uns bis ins Viertelfinale geführt! Vielleicht muss man die Dinger vorher auch einfach mal machen. Über 120 Minuten hat jeder die Chance, den Unterschied zu machen! Allerdings geben wir noch nicht auf. Flanke um Flanke fliegt in den Düsseldorfer Sechzehner auf die Süd zu. Einziges Problem? Die fehlende Nettospielzeit. Ständige Unterbrechungen führen zu einem schnellen Ablauf der Verlängerung und so schreiben wir schon die 121. Minute als Carlo auf Hereingabe von Sinani das Ding an den Pfosten und dann rein macht! Ein Millerntor ROAR wie ich ihn so glaube ich noch nie erlebt habe! Fabi feiert auf der Tribüne!Ein neues Feuer ist entfacht, Abpfiff, Elfmeterschießen. Der Fußballgott gibt einen aus!


Es kommt ein "Südkurve, Südkurve" von der Gegengerade und mit Wechselgesang werden die Elfmeter auf unser Tor geschossen. Nach den ersten beiden sehr souveränen Elfmetern dann Burchert, mit den Nerven aus Stahl! Er bleibt in der Mitte stehen und pariert den Elfmeter. Er macht seinen Fehler wieder gut und es wirkt wie ein kitschiges Drehbuch! Es ist zu schön, um wahr zu sein. Und das war es wirklich. Schon beim Anlauf von Maurides hatte jeder irgendwie ein komisches Gefühl und dieses hat sich leider bestätigt. Danach noch zweimal Hartel, der gegen Kastenmeier nicht die stärkeren Nerven hatte. Ernüchterung. Ein Pokalspiel, auf das wir so lange hingefiebert hatten, eine historische Chance. Was will man machen...


Folgendes hätte eigentlich auch in den Fail des Spieltags gepasst:

Denn besonders aufgefallen sind mir, neben dem HSV, der anhand der Reaktionen auf das Spiel wohl gerade den DFB-Pokal gewonnen haben muss, die Reaktionen von erfolgsverwöhnten St. Paulianer:innen nach dem Spiel. Was ich alles lesen musste. Hier bleibt nur eines zu sagen: Sachliche Kritik ist bei einem solchen Spiel sicherlich angebracht. Und es ist ach klar, dass hier oft aus Emotionen heraus gerschrieben wird. Hier aber grundlegend das Spielsystem, Burchert, Maurides persona Hürzi oder die Einstellung der Mannschaft anzuzweifeln ist vollkommen fehl am Platz. Der Downfall wird nicht kommen. Unser Weg ist noch nicht zu Ende und unser Weg nach Europa muss dann eben über die Bundesliga führen!


Eine Meinung mit der ich scheinbar komplett alleine stehe:

Maurides hat ein Bomben-Spiel gemacht bis auf den Elfmeter. Stark die Bälle fest gemacht, gute Ballablagen und eine Sprungkraft, die seinesgleichen sucht. Vielleicht für den normalen Spielstil Hürzelers nicht gemacht, allerdings kann er ein wichtiger Unterschiedsspieler für eben solche Momente wie gestern sein!


Win des Spieltags

USP hat eine Nachricht an die Jungs hinterlassen.

Dem ist nichts hinzuzufügen!


Fangesang des Spieltags

"Wir holen die Meisterschaft

und schießen Rostock ab!

Der DFB-Pokal,

ist uns scheißegal!


So haben wir es gesungen. Von Anfang an auf dem Fanmarsch. Bin ich mir ganz sicher. Apropos Fanmarsch: Geile Stimmung, sogar gefühlt besser als beim Derby. Besonders auch, dass das "ganz Hamburg hasst die AFD" so ziemlich am lautesten war. So wurden wir bei T-Online sogar als Demonstranten gegen die AFD bezeichnet (zum Artikel). Achso und laut denen sind wir auch alle Ultras. Zurück zum Fangesang. 2. Liga Meisterschaft als Ausgleich zum DFB-Pokal würde ich gerade noch nehmen. Und dazu am 31. Spieltag Hansa in die dritte Liga schicken. Die haben sich aus irgendeinem Grund auch über den Düsseldorf Sieg gefreut.


Im Stadion hat die Stimmung zu Beginn echt Mut gemacht. Gegen Ende war dann doch etwas die Luft raus und zumindest ich hatte das Gefühl, man hat nicht mehr an das 2:2 geglaubt. Zum Glück wurden wir eines Besseren belehrt, auch wenn es nicht gereicht hat.


Fail(s) des Spieltags

Ich habe einiges zu meckern... aber fangen wir doch mal bei meinem persönlichen Stadionbesuch an. Angekommen vom Fanmarsch musste man zunächst feststellen, dass große Teile der Gegengerade schon anstehen und sich nicht am Marsch beteiligt haben. So geht es also deutlich später als sonst ins Stadion und dementsprechend voll ist es auch schon. So weit, so normal. Leider müssen wir im Anschluss mal wieder über Konsum reden. Wer nach einem Tor einen vollen Bierbecher auf Spieler wirft und sich danach torkelnd in die Reihe nach oben drängt, obwohl klar gesagt wird, dass es hier schon zu eng ist muss vielleicht einfach mal seinen Konsum überdenken. Dazu als 10er-Gruppe seinen Mund nicht aufzubekommen, in einem Spiel, in dem es um alles geht, rundet das Ding dann halt einfach ab. Der Angesprochene hat mir dann in der 106. sein Bier in die Hand gedrückt und ist von der Toilette nicht wiedergekommen. Naja. Hat geschmeckt. GaLiGrü an die niederländische Gruppe Steh-C.


Wir müssen leider auch über Herrn Stegemann reden. Und ich tue mich wirklich schwer, denn ich rege mich abseits vom Stadion wirklich ungern über Spielleiter auf. Aber nun gut. Was sein muss, muss sein. Zunächst zu den Vorzeichen: Stegemann ist in Niederkassel in Düsseldorf geboren. Er darf die Mannschaft wohl pfeifen, weil er bei einem anderen Verband als Schiri angemeldet ist. Eigentlich bin ich gegen Vorverurteilung aufgrund der Herkunft eines Schiedsrichters. Er könnte aufgrund der räumlichen Nähe ja genau so Köln feiern und hätte dann genauso Grund gegen die Fortuna zu pfeifen. Ich empfinde es beim DFB allerdings immer als plump bei solch vermeintlich großen oder zumindest größeren Spielen Schiedsrichter mit vakanten Details einzusetzen. Siehe einen Hoyzer im Klassiker oder einen Bremer im Derby. Denn, wenn etwas passiert, gibst du damit nur Feuer für die Kritiker. Behaltet dieses Detail im Hinterkopf, wenn ihr es für wichtig empfindet, mir ist es jetzt (allerdings nur im Nachhinein… im Stadion sah das anders aus) egal. Denn Stegemann hat auch durch seine Art zu pfeifen für genug Gesprächsstoff gesorgt. Pausenloses hereinfallen auf Schwalben und „Verletzungen“ bei Düsseldorf (ich bin immer noch der Meinung die Kopfverletzungsregel ist wichtig und wird trotzdem immer öfter ausgenutzt), gelb Rot für Fabi, weil er sich aufregt, dass man nun wirklich nicht jedes noch so offensichtliche Abseits abwarten muss (und ja das ist von Fabi trotzdem unprofessionell und zeigt, dass er sich eben nicht im Griff hat). Keine Karten für unsportliches Verhalten nach den Toren, Stürmerfoul anstatt Handelfmeter und vor allem keine Nachspielzeit in der 120. nachdem er 3-Mal auf seine Uhr gezeigt hat. Da hat wohl einer seinen Schein in Gefahr gesehen. Oder er wollte einfach mit seiner Uhr flexen.


Um das klarzustellen: All das hat das Spiel zwar nicht entschieden, allerdings seinen Anteil zu einem gebrauchten Abend geleistet.


Ebenfalls zum Gesamtbild des Abends gepasst hat der Vorfall zwischen einem Betreuer des FCSP und Teilen der Süd. Auslöser waren wohl Funken von einer Pyroaktion, die er abbekommen hat. Anschließend hat er sich lautstark beschwert. Hier hätte man beim Zünden wirklich etwas mehr aufpassen können. Andererseits geht das Nachgeäffe des hoch und runter schwingen der Pyro seitens des Betreuers auch überhaupt nicht. Man kann das ganze auch ruhiger klären. Miteinander und nicht gegeneinander.


Letzter Meckerpunkt: Der Durchgang zwischen GG und Süd war gesperrt. Die Menschen beider Tribünen durch einen antifaschistischen Zaun getrennt. Wohl wegen der Übertragung des ZDF. Regierungsmedien oO. Außer eines Zaunes, um den Durchgang zu versperren, konnte ich allerdings nichts erkennen, was eben jene Sperrung gerechtfertigt hätte.


NvdA des Spieltags

Nach Aremu, wechselt nun auch Skyman zu Kaiserslautern. Da wir mit dem Pokalaus auch nicht mehr gegen ihn spielen, kann ich guten Gewissens viel Erfolg beim Rest der Saison wünschen und gut, dass du von den Rauten weg bist Robin!


Zitat des Spieltags

„Der ;) sagt: Es gibt viele Musikrichtungen. Aber nur zwei Geschlechter!“ Mit diesem Banner hatte Leverkusen vor einigen Monaten beim Spiel gegen Werder, nennen wir es mal "provoziert. Eine der irrelevantesten Szenen, mit einem dämlichen Take für ?Aufmerksamkeit? Dafür haben sie, bzw. Bayer Leverkusen, eine 18.000 € Strafe erhalten. Dies ist btw. die geringst mögliche Strafe.


Nächster Spieltag des Spieltags

So fühlt sich also verlieren an... zum Glück bin ich keine Raute. Nächster Halt: Fürth! Ein Topspiel, das niemals eins hätte sein dürfen. Zumindest hätte ich nach meiner Auswärtsfahrt vor wenigen Monaten noch nicht damit gerechnet, dass Fürth da steht, wo sie jetzt stehen. So bleiben uns nur wenige Tage Atempause bis zum nächsten Kracher. Wieder am Millerntor. Holen wir uns noch mehr Puffer für die Liga und bringen damit die Rauten zum Schweigen!


Die St. Paulianer:innen haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Bundesliga zu gewinnen. St. Paulianer:innen aller Länder, vereinigt Euch!


Tiocfaidh ár lá! In meinen Träumen sind wir Europacupsieger...

Euer gegengeradenbesetzer.blog


PS des Spieltags:

Düsseldorf-Downfall ich warte mit diesem Bild.


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